Pronation oder Supination? Bin ich eigentlich noch ganz neutral?

Der Fuß jedes Menschen ist individuell sehr verschieden. Das liegt an der besonderen Komplexität der Anatomie. Jeder Fuß besteht aus insgesamt 33 einzelnen Knochen die durch 70 Gelenkflächen miteinander verbunden sind. Der Aufbau wird unterteilt in Fußwurzel, Mittelfuß und fünf freie Zehen. Für die natürliche Laufbewegung spielen vor allem die Bewegungen im unteren und oberen Sprunggelenk eine enorm wichtige Rolle. Der Fußaufsatz während des Laufens wird in drei Phasen unterteilt. Die Landephase, Stützphase und Abdruckphase. In der Landephase ist der größte Impact zu messen und der Schwung des Läufers wird abgefangen. Während der Stützphase lastet das gesamte Körpergewicht für einen kurzen Augenblick im Lot auf nur einem Fuß. Hier kann man die größte Ausprägung bezüglich der Pronation, Supination oder neutralen Fußstellung erkennen. Die Abdruckphase erfolgt über den Vorfuß und bestimmt die Dynamik des folgenden Schrittes. Auch in der Abdruckphase ist die Belastungsspitze auf den Fuß extrem hoch.
Um den richtigen Laufschuh zu finden betrachtet man in erster Linie die Stützphase. Es wird oft von Pronation und Supination geredet, aber was genau ist das denn eigentlich? Bei beiden Begriffen handelt es sich um eine Kombination von je drei Bewegungen in verschiedenen Gelenken, die Auswirkungen auf die gesamte Statik beim Laufen haben.

Pronation und Supination bestehen aus mehreren Teilbewegungen

Die Pronation besteht aus einer Dorsalflexion (Fußspitze zeigt nach oben), einer Eversion (Fußinnenseite runter, Fußaußenseite rauf) und einer Abduktion des Fußes (Fußspitze zeigt nach außen). Diese Kombination resultiert in den meisten Fällen aus einem abgesenkten Fußgewölbe welches normalerweise für Stabilität im Fuß sorgt. Eine leichte Pronationsbewegung, vor allem die Eversion, ist eine von der Natur vorgegebene Bewegung, die mit einer leichten Abfederung der großen Kräfte beim Laufen entgegenwirkt. Ist die Pronationsbewegung allerdings zu groß, kann es dauerhaft zu Schädigungen im Fuß-, Knie- oder Hüftgelenk kommen. Eine ständige Überbelastung der medial liegenden Strukturen wie Bänder und Sehnen führt oftmals in erster Instanz zu einer Reizung von Schleimbeuteln und leichten Schmerzen im Knie. Ein erstes Anzeichen für eine falsche Stellung der Bein- und Fußachse zum Gesamtsystem. Vor allem bei längeren Läufen, wenn die Fußmuskulatur ermüdet, sind die Auswirkungen der Pronation deutlicher zu sehen, das „Einknicken“ wird immer stärker. Ungefähr die Hälfte aller Läufer sind von einer Überpronation betroffen. Die Überpronation tritt häufiger bei Damen als bei den Herren auf. Dieser Instabilität kann man durch den richtigen Support im Schuh entgegenwirken. Eine Pronationsstütze auf der Innenseite des Laufschuhs verhindert eine Rotation nach medial bei jedem Schritt. Dadurch wird der Fuß in eine Neutralstellung versetzt und eine dauerhafte Überbelastung des Bewegungsapparates verhindert.

Die Supination hat exakt die gegenläufigen Bewegungen und besteht aus einer Plantarflexion (Fußspitze zeigt nach unten), einer Inversion (Fußinnenseite rauf, Fußaußenseite runter) und einer Adduktion des Fußes (Fußspitze zeigt nach innen). Bei der Supination sind vor allem die Außenbänder sehr stark belastet und der Läufer neigt oftmals zum Umknicken über den Außenrist. Eine Stütze, die der Supination entgegen wirkt, wird nicht in Laufschuhen verbaut. Dies liegt daran, dass nur ca. 2-3 % aller Läufer Supinierer sind und Stützungen auf der Schuhaussenkante nicht sinnvoll sind. Mit einem Neutralschuh ist der Supinierer allerdings bestens versorgt. Wichtiges Augenmerk sollte auf einem stabilen Obermaterial liegen, dass den Fuß beim Laufen sehr gut führt um ein "Schwimmen" des Fußes über den Sohlenrand hinaus zu verhindern.

Wer weder proniert, noch supiniert hat eine neutrale Fußstellung. Auch während des Laufens ist abgesehen von der natürlichen leichten Pronationsbewegung die Fußgelenkachse immer im Lot zum Boden. Eine ausgeprägte und gut trainierte Fußmuskulatur sorgt hier für die nötige Stabilität.

Kein Mensch ist komplett symmetrisch, so auch nicht bei der Ausprägung der verschiedenen Stellungen der Fußgelenke. Auf der einen Seite neigt man eventuell zu einer stärkeren Pronation, während die andere Seite eine völlig neutrale Haltung zeigt. Ist die Abweichung nicht zu stark, richtet man sich in solch einem Fall an dem stärker pronierenden Fuß aus. Bei größeren Abweichungen empfiehlt sich der Besuch eines Spezialisten. Solltest Du Dir nicht sicher sein, wie es mit die Stabilität in Deinem Fußgelenk aussieht, bist Du herzlich eingeladen bei einem unserer stationären Geschäfte vorbei zu schauen und Dich dort von Fachleuten in Punkto Fuß und richtiger Schuh beraten zu lassen.

Um jetzt aus der riesen Auswahl an Laufschuhen den richtigen zu finden, empfehlen wir die Nutzung unseres Laufschuhberaters.

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