Das Laufschuhgewicht

Federleicht oder ein Klotz am Bein – welche Rolle spielt das Laufschuhgewicht

Bei fast keinem Sportgerät wird so viel Forschung betrieben wie beim Laufschuh. Dies liegt sicherlich daran, dass Laufen die natürlichste aller Sportarten ist und die Erkenntnisse aus der Laufschuhtechnik in die Schuhtechnik anderer Sportarten übertragen werden können. Neben der Dämpfung und der Stabilität ist das Gewicht ein großer Punkt. So sind die Laufschuhe im Laufe der Jahre immer leichter geworden. Wieviel das Gewicht des Laufschuhs ausmacht und worauf man achten sollte, klären wir hier:

Welche Faktoren beeinflussen das Laufschuhgewicht

Eines muss uns auf jeden Fall klar sein: Dass ein Laufschuh leicht ist, kann mehrere Gründe haben.

Das Material

Die bei der Laufschuhherstellung verwendeten Materialien haben sich im Laufe der letzten Jahre stark verändert. Die ersten Laufschuhe bestanden oft noch größtenteils aus Leder und robusten Gummisohlen. Moderne Laufschuhe setzen meist auf eine aufgeschäumte Kunststoffe als Dämpfungsmaterial und sind deutlich leichter als traditionelle Dämpfungspolster, da eingeschlossenes Gas einen Großteil des Volumens ausmacht.

Auch beim Obermaterial wird meist Mesh-Gewebe eingesetzt, welches stabil und flexibel zugleich ist. Diese Materialien herzustellen ist relativ aufwendig und daher teuer – somit sind sie eher in höherpreisigen Laufschuhen zu finden. No-Name-Laufschuhe sparen das Gewicht oft an anderen Stellen:

Die Features

Ein Laufschuh besteht aus vielen verschiedenen Teilen. Umso mehr Komponenten und Features die Hersteller verbauen, desto schwerer wird der Schuh. Wettkampfschuhe sind besonders leicht, da sie weniger Komfortelemente haben und das Dämpfungsmaterial stark reduziert wurde.

Findet man aber einen normalen Trainingsschuh aus dem unteren Preissegment, der sehr leicht ist, liegt dies oft an fehlenden Dämpfungs- und Stabilitätselementen.

Wie viel macht das Gewicht aus?

Generell sollte sich ein Laufschuh niemals schwer oder „klotzig“ anfühlen, aber wie starke Auswirkungen das Laufschuhgewicht auf die Leistung des Läufers hat, hängt von zwei Aspekten ab.

Rational betrachtet:

Das Gewicht eines Laufschuhs ist im Verhältnis zum Gesamtgewicht des Läufers verschwindend gering. Daher ist es rational betrachtet gar nicht so wichtig, ob der Schuh ein paar Gramm mehr oder weniger wiegt. Vor allem für normale Läufer, die nicht professionell laufen, ist das Gewicht des Laufschuhs eher zweitrangig. Bei Profiathleten, wo jeder kleine Vorteil zählt, kann natürlich auch das Gewicht des Laufschuhes entscheidend sein. Der Durchschnittsportler sollte aber bevor er auf das Gewicht achtet, zunächst die anderen Funktionen des Laufschuhs präferieren.

Das Bauchgefühl:

Auch wenn die Logik gebietet, dass das Gewicht eines Laufschuhs einen geringen Einfluss auf unsere Leistung hat, fühlt es sich doch verdammt gut an. Da sich der Körper an einen Laufschuh gewöhnt und das Gewicht genau kennt, kann es die Leistung steigern, wenn man für Wettkampfe und schnelle Läufe einen leichten Zweitschuh verwendet – auch bei Nicht-Profis. Wenn sich der „Wettkampfschuh“ besonders leicht und schnell anfühlt, laufen die meisten Menschen auch schneller, da die bloße Einbildung schneller zu sein reicht, um wirklich schneller zu laufen – jedenfalls in einem gewissen Maß. Zudem macht es einfach Spaß, einen schnellen und leichten Laufschuh am Fuß zu haben, auch wenn es oft anstrengender ist, längere Strecken mit einem solchen zurück zu legen. Aber wer Spaß beim Laufen hat, läuft dynamischer und schneller.

Fazit

Das Gewicht eines Laufschuhs sollte nie an erster Stelle als Entscheidungsgrund eines Laufschuhkaufs stehen. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Laufschuh vor allem für den Läufer im Punkto Dämpfung und Stabilität optimal geeignet ist. Vor allem für Freizeitsportler ist das Laufschuhgewicht eher zweitrangig, kann aber trotzdem einen Motivationsschub für schnellere Läufe und Wettkampfe bieten.

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