Laufverletzung: Das Läuferknie

Eine der häufigsten Überlastungserscheinungen im Laufsport ist das sogenannte Läuferknie. Diese Verletzung äußert sich durch starke, stechende und ziehende Schmerzen an der Außenseite des Knies. Woher diese Schmerzen kommen und was man dagegen machen kann, klären wir im folgenden Beitrag.

Ursachen des Läuferknies

Das Läuferknie (ITBS: Iliotibialband-Syndrom) ist ein Schmerzsyndrom und betrifft vor allem den "Tractus iliotinialis" – ein Faszienstrang der an der äußeren Gelenkwölbung des Oberschenkels reibt. Durch die Reibung wird das Fasziengewebe und die Muskulatur stark gereizt und reagiert mit Schmerzen und hoher Druckempfindlichkeit. Oft sind die Ursachen für das Läuferknie eine stark ausgeprägte Supination bei längeren Läufen. Auch unterschiedlich lange Beine oder eine unflexible Muskulatur können zu einem Läuferknie führen. Stark ausgeprägte O-Beine sind ein zusätzlicher Risikofaktor.

Symptome

In den meisten Fällen äußert sich das Läuferknie im frühen Stadium nur bei längeren Läufen, durch einen stechenden Schmerz an der Außenseite des Knies. Ist das ITBS-Syndrom weiter fortgeschritten, treten die Schmerzen auch beim Gehen und/oder Treppensteigen auf, sodass eine laufende Fortbewegung nicht mehr möglich ist.

Zudem ist die Außenseite des Knies bei einem akuten Läuferknie hochgradig druckempfindlich und kann anschwellen. Hier ist es wichtig schnellstmöglich einen erfahrenden Sportarzt zu konsultieren und weitere schmerzhafte Belastungen weitestgehend zu vermeiden.

Wie behandele ich ein Läuferknie

Bei akuten Schmerzen an der Außenseite des Knies hilft es, die schmerzende Stelle mit einem Eisbeutel zu kühlen. Wichtig hierbei: Niemals den Eisbeutel direkt auf die Haut legen, sondern den Beutel zuerst in ein Handtuch einwickeln, damit die Haut nicht durch Gefrierbrand in Mitleidenschaft gezogen wird. Entzündungshemmende Pflaster und Salben können ebenfalls Linderung verschaffen.

Eine Trainingspause ist essenziell, um die Beschwerden nicht zu verstärken und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Sehr hilfreich ist vorsichtige Gymnastik vor allem im Po-, Rücken- und Bauchbereich, da diese für die Stabilisation der Beinachse eine entscheidende Rolle spielen. Nachdem der akute Schmerz abgeklungen ist, sollten Kräftigungsübungen für dieselben Bereiche weiteren Beschwerden vorbeugen. Wie immer ist es wichtig, nicht zu übertreiben: 5 – 10 Minuten dreimal die Woche reichen völlig!

Es ist sehr wichtig, das Fasziengewebe im gesamten Rücken-, Po- und Beinbereich zu lösen. Dies klappt am besten mit einer Faszienrolle.
In jedem Fall raten wir aber dazu, Rat bei einem erfahrenden Sportarzt oder Physiotherapeuten einzuholen, um den genauen Ablauf der Therapie abzustimmen. Erst als letzte Alternative sollte ein operativer Eingriff in Frage kommen.

Geheimtipp:

Wer oft auf Feldwegen oder Wirtschaftswegen läuft, macht dies aus Gewohnheit meist nur auf einer Straßenseite. Da solche Wege häufig an den Seiten abschüssig und in der Mitte gewölbt sind, wird dadurch ein Bein deutlich stärker belastet als das andere. Daher ist es ratsam entweder die Seite regelmäßig zu wechseln, oder die Runde mal anders herum zu laufen.