Läuferverletzungen: Das Schienbeinkantensyndrom

Woher kommt es und was kann man dagegen tun?

Wer kennt das nicht: Nach einer besonders intensiven Trainingseinheit wacht man am nächsten Tag mit einen stechenden und brennenden Schmerz auf den Schienbeinen auf. Jeder Schritt wird zur Qual und besonders die ersten morgendlichen Bewegungen erfordern viel Überwindungskraft.

Nach einiger Bewegung nimmt der Schmerz ab und verflüchtigt sich, ist aber meist noch unterschwellig zu spüren. Bei der ersten Bewegung nach längerem Sitzen kommt der Schmerz mit voller Macht zurück.
Dies sind die typischen Symptome des Schienbeinkantensyndroms. Aber was ist das eigentlich?

Physiologische Grundlage

Bei einer extremen oder ungewohnten Belastung entstehen kleine Risse in der Muskulatur, die man allgemeinhin als Muskelkater bezeichnet. Im Bereich des Schienbeins setzen viele Muskeln an und die Haut ist nur dünn. Daher ist das Gewebe besonders leicht zu reizen. Die Folge ist eine akute Entzündung, die eine Schwellung der Knochenhaut und ebenfalls eine Reizung der Knochenhaut mit sich führen kann. Ist das Gewebe durchblutet, nimmt der Schmerz langsam ab – daher lassen die Schmerzen bei Bewegung auch oft nach.

Warum bekomme ich ein Schienbeinkantensyndrom?

Die Ursache ist meist eine Überbelastung, die auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden kann. Bei Läufern ist oft ein zu starker Zuwachs des Trainingspensums der Grund – wie z.B. bei der Vorbereitung auf einen Marathon. Aber auch schlechtes oder falsches Schuhwerk können zu einer Überlastung führen. Häufig tritt das Schienbeinkantensyndrom bei extremen Fersenläufern auf. Durch das schnelle Abkippen des Fußes nach dem Fersenaufsatz auf den Vorfuß entstehen enorme Kräfte, die der Körper nur schwer kompensieren kann. Die Wadenmuskulatur versteift sich und es entstehen keine Mikrorisse in der Muskulatur.

Wie gefährlich ist das Schienbeinkantensyndrom?

Wichtig ist, das Schienbeinkantensyndrom als eine Sportverletzung anzuerkennen und schon bei kleinen Anzeichen lieber zu pausieren als gegen den Schmerz anzulaufen. Ignoriert man die ersten Warnzeichen, kann aus der einfachen Reizung schnell eine ausgewachsene Entzündung werden. Läuft man gegen den Schmerz an, wird er oft während des Laufes geringer, was den Trugschluss zulässt, dass die Belastung dem Körper guttut. Das Gegenteil ist der Fall.

Es besteht die Möglichkeit, dass die Entzündung chronisch wird und nur durch eine langfristige ärztliche Behandlung in den Griff zu bekommen ist. Die Knochenhaut, die das Schienbein umgibt, kann vernarben und somit den Körper anfälliger für weitere Entzündungen und Verletzungen machen.

Wie behandelt man das Schienbeinkantensyndrom?

Auch hier gilt die Goldene Regel: Achte auf deinen Körper! Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers und sollten nicht ignoriert werden. Sollte nach dem Laufen oder am Morgen danach ein stechender Schmerz auf dem Schienbein auftreten und das Schienbein unangenehm druckempfindlich sein, sollte man auf jeden Fall eine Laufpause einlegen. Bei leichten Beschwerden helfen hier drei bis fünf Tage.

Hier hilft es das Gewebe gut durchblutet zu halten, was z.B. durch Wärme und Kälte im Wechsel bewerkstelligt werden kann, da so die Blutgefäße geweitet werden und das geschädigte Gewebe besser abgebaut werden kann. Außerdem hilft es, die Wadenmuskulatur leicht zu dehnen und zu massieren.

Sollten die Scherzen sehr stark sein oder auch nach einer gewissen Ruhephase nicht verschwinden, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, da sonst – wie oben erwähnt – eine chronische Entzündung entstehen kann. Nach Überwindung der Verletzung kann es helfen, einen Schuh zu wählen, der ein sanfteres Abrollen fördert. Außerdem hilft Gymnastik, ein Schienbeinkantensyndrom in Zukunft zu vermeiden.

Das einfachste Mittel um ein Schienbeinkantensyndrom zu vermeiden, ist aber auf seinen Körper zu hören und die Trainingsintensität nicht zu schnell zu steigern.

Zusammenfassung

Ursachen:
Falsches Schuhwerk, Überbelastung, falsches Abrollverhalten.
Behandlung:
Ruhe, Durchblutung fördern; Dehnen.