Laufschuhtechnik: Die Mittelfußbrücke

Überholte Technik oder nützliche Unterstützung?

Lange Zeit war es völlig normal, dass Laufschuhe aus zwei Segmenten bestanden, die durch eine verstärkte Kunststoffkonstruktion miteinander verbunden waren. Dieses Verbindungsglied nennt man die Mittelfußbrücke. In letzter Zeit kommen allerdings immer mehr Laufschuhe auf den Markt, die auf die Mittelbrückenkonstruktion verzichten. Laufschuhmarken wie HOKA ONE ONE oder ON verzichten sogar bewusst bei all ihren Modellen auf dieses Element. Aber was hat es mit der Mittelfußbrücke eigentlich auf sich?

Funktion der Mittelfußbrücke

Die Mittelfußbrücke erfüllt bei einem Laufschuh mehrere Funktionen. Eines der Hauptargumente für eine solche Konstruktion ist es, den Vorfuß und Rückfuß voneinander zu entkoppeln und so eine natürliche Torsionsbewegung des Fußes zuzulassen. Dies soll einerseits zu mehr Flexibilität führen und den Laufschuh weniger starr erscheinen lassen. Da heute aber moderne Materialien auch bei einer durchgehenden Sohlenkonstriktion sehr flexibel seien können, wird heute oft die Mittelfußbrücke eingebaut, um eine zu extreme Torsionsbewegung zu verhindern. Durch einen härteren Kunststoff kann genau kontrolliert werden, wie viel Torsion der Laufschuh zulässt.

Des Weiteren kann eine Mittelfußbrücke genutzt werden, um das Abrollverhalten eines Laufschuhes zu kontrollieren. Durch die Entkoppelung von Vor- und Rückfuß ist es möglich, unterschiedliche Technologien zu verwenden, die beispielsweise im Rückfußbereich mehr Dämpfung als im Vorfuß ermöglichen. Zudem kann durch die Unterbrechung zwischen Vor- und Rückfuß Gewicht beim schwereren Außensohlenmaterial gespart werden.
Die Mittelfußbrücke wird heute vor allem noch bei gestützten Laufschuhen für Überpronierer verwendet. Eine Überpronation kommt oft durch das Absacken des Mittelfußes zu Stande und kann mit einer Unterstützung im Mittelfußbereich oft kompensiert werden.

Mittelfussbruecke Brooks adrenaline gts 18

Anhand des BROOKS Adrenaline GTS 18, ein Schuh für Läufer mit mittlerer bis starker Überpronation lässt sich deutlich erkennen, dass medial eine Mittelfußbrücke verbaut ist. Diese wirkt in Kombination mit einer zweiten Härte einer zu starken Pronation entgegen.

Ist die Mittelfußbrücke überholt?

Auch wenn der Trend immer mehr zu Laufschuhen mit durchgehender Sohle geht, ist sie auch weiterhin eine im höchsten Maße wirkungsvolle Technologie und wird daher von vielen Marken verwendet. Der japanische Laufschuhhersteller MIZUNO verbaut beispielsweise bei nahezu allen Schuhen eine Mittelfußbrücke - und dies mit großem Erfolg.

Als grobe Faustregel ist folgendes festzuhalten:

Läufer, die sich im Mittelfußbereich etwas unsicher fühlen und ein sicheres Laufgefühl bevorzugen, sollten Laufschuhen mit Mittelfußbrücke eine Chance geben. Solche Schuhe können sogar, obwohl als Neutralschuh deklariert, leichte Überpronationen auch ohne zweite Härte ausgleichen.

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