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Test: HOKA Skyward X 2

Julia 20.10.2026

Maximal gedämpft und trotzdem dynamisch: Der HOKA Skyward X 2 im Test

Ein Super Trainer für lange Runs auf Asphalt, aber bitte mit Carbonplatte! Als ich davon gehört habe, dass HOKA den Skyward X 2 rausbringt, wusste ich genau: Das ist ein Schuh für mich. Denn er ist nicht nur komfortorientiert, sondern bringt auch eine ordentliche Portion Dynamik mit. Perfekt für alle Langstrecken-Fans, die nicht auf Dynamik verzichten wollen!

Mit dem Skyward X 2 (Damen | Herren) bringt HOKA die zweite Generation seines maximal gedämpften Super Trainers auf den Markt. Der Road Runner kombiniert einen extrem hohen Stack mit einer soften PEBA-/EVA-Zwischensohle und einer Carbonfaserplatte. Klingt erstmal nach einem schnellen Wettkampfschuh, oder? Das dachte ich auch erst. Aber genau das möchte der Skyward X 2 aber gar nicht sein. Statt maximaler Geschwindigkeit stehen Komfort, Dämpfung und lange Trainingsläufe im Fokus. Die Carbonplatte bringt die nötige Dynamik ins Spiel. Eine Kombination, die mich als Langstreckenläuferin natürlich neugierig macht. Aber kann ein so stark gedämpfter Laufschuh gleichzeitig komfortabel, stabil und reaktionsfreudig sein? Genau das wollte ich herausfinden und habe den HOKA Skyward X 2 genauer unter die Lauf-Lupe genommen.

HOKA Skyward X 2

Die technische Basis des HOKA Skyward X 2

46 Millimeter unter der Ferse und 41 Millimeter unter dem Vorfuß: Beim Skyward X 2 spart HOKA definitiv nicht an Sohlenmaterial. Die Mittelsohle kombiniert PEBA und EVA und setzt auf das sogenannte Super-Critical-Foaming. Das Ergebnis soll eine besonders weiche, federnde Dämpfung mit hoher Energierückgabe sein. Mit einer Sprengung von 5 Millimetern bleibt der Aufbau trotz der beachtlichen Sohlenhöhe vergleichsweise flach.

Aber jetzt kommt das Feature, das mich beim Skyward X 2 erstmal überrascht hat: die integrierte Carbonfaserplatte. Carbon? In einem maximal gedämpften Laufschuh, der vor allem für entspannte und lange Trainingseinheiten gedacht ist? Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Schließlich kennt man Carbonplatten vor allem aus leichten Wettkampfschuhen, die auf Geschwindigkeit ausgelegt sind.

Beim Skyward X 2 verfolgt die Platte aber ein anderes Ziel: Hier geht es nicht darum, aus dem komfortablen Langstreckenschuh plötzlich einen Racer zu machen. Vielmehr ergänzt die Carbonplatte die weiche PEBA-/EVA-Zwischensohle und unterstützt ein dynamisches, reaktionsfreudiges Abrollen. Durch das Zusammenspiel mit der ausgeprägten Rocker-Geometrie wird der Fuß beim Abrollen regelrecht nach vorne geführt, was für zusätzlichen Vortrieb sorgt. Für uns Läuferinnen und Läufer bedeutet das: Wir bekommen jede Menge Dämpfung unter den Fuß, ohne dass sich der Schuh dadurch einfach nur weich anfühlt. Gerade auf langen Strecken macht diese Kombination den Skyward X 2 besonders interessant.

Und genau da wird das Konzept für mich richtig spannend: Warum sollte ich mich bei einem komfortorientierten Langstreckenschuh zwischen Dämpfung und Dynamik entscheiden müssen? Der Skyward X 2 versucht, beides miteinander zu verbinden.

Wer bei einer derart hohen Sohle direkt an ein instabiles Laufgefühl denkt, sollte sich den Aufbau des Skyward X 2 genauer anschauen. HOKA setzt auf eine breite Plattform und den sogenannten Active Foot Frame. Dabei sitzt der Fuß etwas tiefer in der Zwischensohle und wird von dieser seitlich umschlossen. Das sorgt für zusätzliche Führung und unterstützt ein kontrolliertes Abrollen, trotz der hohen Sohlenkonstruktion.

Auch das Obermaterial wurde beim Skyward X 2 überarbeitet. Das Jacquard-Mesh soll sich sockenähnlich an den Fuß anschmiegen und gleichzeitig eine hohe Atmungsaktivität bieten. An der Außensohle setzt HOKA auf rutschfestes Gummi im Vorfuß und Durabrasion Rubber an besonders beanspruchten Bereichen der Ferse.

Hier nochmal alles auf einen Blick:

  • Gewicht: ca. 312 g (Herren) bzw. 264 g (Damen)
  • Sohlenhöhe: 46 mm Ferse / 41 mm Vorfuß
  • Sprengung: 5 mm
  • Zwischensohle: PEBA-/EVA-Konstruktion mit Super-Critical-Foaming
  • Platte: Carbonfaserplatte
  • Stabilität: Active Foot Frame
  • Außensohle: Durabrasion Rubber und rutschfester Vorfußgummi
  • Obermaterial: Atmungsaktives Jacquard-Mesh
  • Pronation: neutral bis leicht unterstützend

 

Der erste Eindruck: Komfortschuh mit Wow-Effekt

Wer den Skyward X 2 das erste Mal in der Hand hält, wird vermutlich dasselbe denken wie ich: Da ist viel Schuh unter dem Fuß! Bei einer Sohlenhöhe von bis zu 46 Millimetern ist das aber auch kein Wunder. Schließlich möchte der Skyward X 2 genau das sein: ein maximal gedämpfter Super Trainer für viele Kilometer.

Beim ersten Hineinschlüpfen merke ich sofort, dass HOKA beim Thema Komfort keine halben Sachen macht. Meine Füße fühlen sich im Schuh direkt wohl. Das Jacquard-Mesh liegt angenehm am Fuß an und fühlt sich gleichzeitig atmungsaktiv an. Für mich ein wichtiger Punkt, denn gerade bei langen Trainingseinheiten möchte ich nicht nach den ersten Kilometern das Gefühl haben, dass sich die Wärme im Schuh staut.

Trotz der hohen Sohle vermittelt mir der Skyward X 2 außerdem einen sicheren Eindruck. Die breite Plattform gibt dem Fuß eine stabile Basis und ich habe nicht das Gefühl, auf einem wackeligen Dämpfungsmonster zu stehen.

Und dann wäre da noch die Optik: Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Skyward X 2 richtig schick finde. Natürlich ist das bei einem Laufschuh nicht das wichtigste Kriterium, aber ein bisschen Auge läuft schließlich mit. Anscheinend bin ich mit dieser Meinung auch nicht allein: Die ersten Komplimente für den Schuh gab es bereits.

Mein erster Lauf im HOKA Skyward X 2: Diesmal ganz bewusst langsam

Normalerweise würde ich einen Langstreckenschuh wie den Skyward X 2 am liebsten genau dort testen, wo er seine Stärken ausspielen soll: auf einem richtig langen Lauf. Dieses Mal musste ich mich allerdings etwas zurückhalten. Nach einer Wadenzerrung im Juni bin ich erst einige Wochen später langsam wieder ins Lauftraining eingestiegen. Statt 30 oder mehr Kilometern hieß es für mich deshalb erstmal: kurze Strecke und entspanntes Tempo.

Also habe ich den Skyward X 2 zunächst auf zwei Läufen über jeweils sieben Kilometer getestet. Meine Pace lag dabei ungefähr bei 7:30 Minuten pro Kilometer. Für mich persönlich ist das wirklich langsam, aber genau darum ging es: Kilometer sammeln, die Wade nicht unnötig belasten und meinem Körper die Zeit geben, die er nach der Verletzung braucht.

Welche Frage mir dabei durch den Kopf ging? Braucht es die Carbonplatte überhaupt, wenn ich so entspannt unterwegs bin?

Schon während meiner ersten Kilometer merke ich: Der Skyward X 2 funktioniert für mich auch bei einem ruhigen Tempo richtig gut. Die hohe Dämpfung vermittelt genau den Komfort, den ich mir in dieser Phase gewünscht habe. Gleichzeitig fühlt sich der Schuh nicht einfach nur weich an. Die Carbonplatte bringt Reaktionsfreude in die Konstruktion und unterstützt das Abrollen, ohne dass ich das Gefühl bekomme, schneller laufen zu müssen.

Und genau hier verstehe ich auch, warum HOKA dem Skyward X 2 überhaupt eine Carbonplatte spendiert hat: Selbst bei meiner entspannten Pace fühlt sich der stark gedämpfte Schuh nicht langweilig an. Ich bekomme einen komfortorientierten Laufschuh mit ordentlich Schaum unter den Füßen, muss aber nicht komplett auf Dynamik verzichten. Auch bei meiner langsamen Pace hatte ich ein angenehmes Lauf-Feeling und bin mit dem Schuh sehr gut zurechtgekommen.

Sieben Kilometer gelaufen und schon Lust auf die Langstrecke

Zweimal sieben Kilometer sind für einen Schuh, der seine Stärken insbesondere auf langen Distanzen ausspielen soll, natürlich noch kein echter Longrun. Trotzdem habe ich nach meinen ersten Testläufen schon eine ziemlich klare Vorstellung davon, wo der Skyward X 2 zukünftig einen Platz in meiner Laufschuhrotation bekommen könnte.

Für mich fühlt sich der Super Trainer nach einem Schuh an, den ich gerne über viele Kilometer laufen möchte. Die komfortable Dämpfung, die Carbonplatte und das sichere Gefühl auf der hohen Plattform ergeben eine Kombination, die ich besonders spannend für lange, entspannte Trainingseinheiten finde.

Gerade nach meiner Wadenzerrung war es für mich wichtig, bei meinen ersten Läufen nicht auf Geschwindigkeit zu schauen. Umso positiver finde ich, dass der Skyward X 2 auch bei einer 7:30er-Pace funktioniert hat. Ein Carbon-Laufschuh muss also nicht zwangsläufig erst dann interessant werden, wenn die Uhr eine schnelle Pace anzeigt.

Und ich? Ich möchte definitiv wissen, wie sich der Skyward X 2 nach 20, 30 oder noch mehr Kilometern anfühlt. Sobald ich wieder vollständig im Training bin und die Vorbereitung auf eine Ultradistanz ansteht, wird der HOKA deshalb definitiv auf längeren Strecken zum Einsatz kommen.

Update: Vier Wochen später – jetzt wird es richtig interessant!

Inzwischen bin ich wieder vollständig im Training und konnte den Skyward X 2 endlich auch auf den Distanzen testen, für die ich ihn von Anfang an vorgesehen hatte. Neben Läufen über 30, 35 und 37 Kilometer war der HOKA zuletzt sogar bei einem Trainingsmarathon an meinen Füßen. Und der hatte es mit insgesamt 4:28 Stunden Laufzeit durchaus in sich. Dabei ging es mir nicht um eine schnelle Marathonzeit, sondern darum, möglichst viele Kilometer zu sammeln.

Was mir dabei besonders positiv aufgefallen ist: Der Vortrieb bleibt auch nach mehreren Stunden deutlich spürbar. Selbst wenn ich schon viele Kilometer in den Beinen habe, unterstützt mich die Kombination aus Carbonplatte und Rocker-Geometrie weiterhin beim Abrollen. Genau das macht den Skyward X 2 für mich auf langen Strecken so interessant.

Mittlerweile ist der Skyward X 2 seit drei Monaten ein fester Bestandteil meiner Laufschuhrotation. Und zwar vor allem dann, wenn wirklich viele Kilometer auf dem Trainingsplan stehen. Ich greife inzwischen regelmäßig zu ihm, wenn Distanzen jenseits der 30 Kilometer anstehen. Für mich hat sich der erste positive Eindruck also auch auf den langen Strecken bestätigt.

Für wen ist der HOKA Skyward X 2 geeignet?

Der HOKA Skyward X 2 richtet sich an Neutralläuferinnen und Neutralläufer, die bei ihren Trainingsschuhen besonders viel Wert auf Dämpfung und Komfort legen, gleichzeitig aber nicht auf ein reaktionsfreudiges Laufgefühl verzichten möchten. Durch die breite Plattform, den Active Foot Frame und die J-Frame-Technologie bietet der Super Trainer trotz seiner beachtlichen Sohlenhöhe zusätzliche Führung und ein kontrolliertes Laufgefühl.

Seine Stärken spielt der Skyward X 2 insbesondere bei ruhigen bis zügigen Dauerläufen und langen Trainingseinheiten auf Asphalt und befestigten Wegen aus. Die Kombination aus PEBA-/EVA-Zwischensohle und Carbonfaserplatte macht ihn vor allem für Langstrecken-Fans interessant: Viel Dämpfung trifft hier auf zusätzliche Dynamik.

Wer hingegen einen besonders leichten Laufschuh für knackige Intervalle oder einen klassischen Carbon-Racer für Bestzeiten sucht, sollte sich eher nach einem anderen Modell umschauen. Genau das will der Skyward X 2 aber auch gar nicht sein. Sein Zuhause sind viele komfortable Straßenkilometer.

Fazit zum HOKA Skyward X 2

Der HOKA Skyward X 2 hat sich für mich zu einem echten Lieblingsschuh für lange Trainingseinheiten entwickelt. Was mich anfangs vor allem neugierig gemacht hat, hat sich inzwischen auch in der Praxis bestätigt: Der Super Trainer verbindet ein komfortables Laufgefühl mit einer Dynamik, die ich gerade auf langen Strecken nicht mehr missen möchte.

Egal ob entspannter Dauerlauf oder stundenlanger Longrun: Der Schuh funktioniert für mich auch dann, wenn nicht die Pace, sondern die gesammelten Kilometer im Vordergrund stehen. Wer also einen komfortorientierten Laufschuh sucht, dabei aber nicht auf ein reaktionsfreudiges Feeling beim Laufen verzichten möchte, sollte sich den Skyward X 2 definitiv genauer anschauen.

Für mich steht jedenfalls fest: Das Modell von HOKA darf auch bei meiner nächsten großen Herausforderung mit an den Start. Denn ich möchte ihn nicht nur im Training, sondern auch bei Ultraläufen über 50 Kilometer an den Füßen haben.


Unsere Autorin Julia

Meine Laufjourney begann ganz unüblich auf dem Laufband, doch ich schaffte den Absprung nach draußen. Seitdem zelebriere ich es, stundenlang mit meiner Laufweste durch die Gegend zu laufen – am liebsten sehr lange Distanzen. Laufen wird für mich immer ein Geschenk sein, das ich niemals als selbstverständlich ansehen werde.

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