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Body-Mass-Index: Gewicht beim Laufsport

BMI: Sinn oder Unsinn?

Bei wenigen Sportarten ist das Körpergewicht so entscheidend wie beim Laufsport. Um das Idealgewicht eines Läufers zu bestimmen, gibt es viele und kontroverse Ansätze. Vor allem der Body-Mass-Index (BMI) wird oft angeführt um zu bestimmen, ob jemand unter-, über oder normalgewichtig ist. Wie das Körpergewicht die Laufleistung beeinflusst und welche Relevanz der BMI hat, klären wir im Folgenden.

hier:

Das perfekte Laufgewicht

Was ist das Idealgewicht eines Läufers? Vor allem im Profibereich gibt es unter Langstreckenläufern hier eine ganz einfache Aussage: Je leichter, desto besser. Da Muskelmasse relativ schwer ist, gilt es diese möglichst zu reduzieren und die verbleibende Muskulatur so effizient wie möglichst zu nutzen. Lauf-Legende Haile Gebrselassie wog zu seinen besten Zeiten gerade einmal 54 Kilogramm bei einer Größe von 1,64 Meter. Dies ist natürlich nicht auf Freizeitsportler übertragbar. Wer allerdings seine Leistung beim Langstreckenlauf steigern will, kann über gesunde Gewichtsreduktion auf jeden Fall einmal nachdenken. Dies solltest du aber mit einem kompetenten Trainer oder Sportarzt abstimmen.

Was ist der BMI?

Der BMI wird nach einer sehr einfachen Formel berechnet:
BMI = Körpermasse in Kilogramm / (Körpergröße in Meter)²
Diese Formel wurde schon 1832 vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet erdacht, der Name BMI wurde aber erst 1972 eingeführt.

Welche Bedeutung hat der BMI für mich?

Der BMI soll angeben, ob ein Mensch unter-, über- oder normalgewichtig ist. So kann jeder leicht feststellen, wie das eigene Idealgewicht aussehen müsste. Oder? So leicht ist es aber nicht. Dass diese Formel in individuellen Fällen wenig Sinn ergibt, ist mit einem einfachen Rechenbeispiel zu verdeutlichen: Ein Mann ist 1,91 Meter groß und wiegt mit 32 Jahren 107 Kilogramm. Mit unserer Formel würde sich so ein BMI von 29,3 ergeben. Also stark übergewichtig und an der Grenze zur Adipositas. Dieser Mann ist „The Greatest" Muhammad Ali im Jahr 1974, seines Zeichens Boxweltmeister, Sportlegende und sicherlich nicht übergewichtig oder gar adipös. Klar ist, um einen so komplexen Sachverhalt wie das ideale Körpergewicht zu berechnen, sind mehr Faktoren nötig als Größe und Gewicht.

Das ideale Körpergewicht ist immer individuell zu betrachten. Selbsterklärend ist, dass ein Gewichtheber immer mehr wiegen wird als ein professioneller Marathonläufer. Beide Sportler sind aber nicht über- oder untergewichtig, sondern perfekt für ihre Sportart trainiert. Auch der Körperbau spielt eine große Rolle. Menschen, die beispielsweise sehr breit gebaut sind, haben meist ebenfalls einen hohen BMI.

Ein anderes Extrembeispiel ist eine Person, die keinen Sport macht, aber nach BMI-Tabelle noch im normalen Gewichtsbereich ist. Da hier wenig schwere Muskulatur vorhanden ist, aber dafür leichteres Fettgewebe, muss diese Person auf keinen Fall gesund sein, oder ihr Idealgewicht haben.

Fazit: Der BMI ist nicht sinnvoll, um das Idealgewicht zu bestimmen, da dies von zu vielen Faktoren abhängig ist. Ebenfalls lässt der BMI-Wert keine Rückschlüsse auf die Gesundheit oder die sportlichen Fähigkeiten einer Person zu. Der BMI kann, so wie er eigentlich auch gedacht war, nur statistische Tendenzen für Personengruppen geben. Auf die eigene Person bezogen ist der BMI meist nicht besonders aussagekräftig.

Tipp:

Wer wirklich wissen will, wie fit bzw. gesund er ist, sollte sich lieber einer professionellen Leistungsdiagnostik unterziehen. Dies bieten viele Sportwissenschaftler und Sportmediziner an. Interessant ist auch eine Körpermessung, wo die Verteilung von Fettgewebe, Muskulatur, Bindegewebe und Knochen bestimmt werden kann. Also macht euch keinen Kopf um euren BMI!


Unsere Autorin Maren

Maren von bunert.de

Ich habe schon oft angefangen zu laufen, aber seit 2014 bin ich dabeigeblieben. Ich hasse laufen. Ich gehe aber gerne an Grenzen und darüber hinaus, daher laufe ich trotzdem. Das Laufen ist für mich eine Herausforderung – beim ersten 5-Kilometer-Lauf genauso wie beim ersten Marathon.

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