Kaffee beim Laufen

Wie koffeinhaltige Getränke unseren Lauf beeinflussen

Das im Kaffee enthaltene Koffein stand lange auf der internationalen Dopingliste, weil es – richtig angewendet – die Leistungsfähigkeit eines Sportlers deutlich steigern kann. Die Ausdauerfähigkeit erhöht sich, das Schmerzempfinden reduziert und der Fettstoffwechsel angekurbelt. Aber es gibt viel kritische Stimmen, welche den Kaffeekonsum beim Laufen verteufeln, da Kaffee beispielsweise eine entwässernde Wirkung auf den Körper haben soll.

Der Kaffee und das Koffein – wie wirkt das?

Für die meisten Erwachsenen gehört der Kaffee am Morgen zur alltäglichen Routine. Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Deutschen, weil er wach macht, die Konzentration steigert und gut schmeckt. Trotzdem gibt es unter Läufern oft die Diskussion, ob Kaffee gut oder schlecht für den Körper ist.

Das Koffein im Kaffee sorgt dafür, dass wir uns wach fühlen und leistungsfähiger sind. Dies liegt daran, dass Koffein chemisch dem Botenstoff Adenosin stark ähnelt. Adenosin wird bei aktiven Zellprozessen gebildet und soll diese vor Überarbeitung schützen. Bedeutet: Je aktiver wir sind, desto mehr Adenosin wird ausgeschüttet, was an Adenosin-Rezeptoren andockt und die Zellaktivität reduziert. Und hier kommt unser Freund das Koffein ins Spiel: Es setzt sich an die Adenosin-Rezeptoren und blockiert diese. Daher wird die Zellaktivität auch bei hoher Adenosin-Konzentration nicht reduziert und wir sind länger fit.

Neben einer erhöhten Konzentrationsfähigkeit sind die Wirkungen des Koffeins eine größere Kontraktionskraft des Herzens, eine Erweiterung der Bronchien, Anregung der Peristaltik und eine Erhöhung der Herzfrequenz. Aber auch ein leichter Anstieg des Blutdrucks ist eine Auswirkung von Koffeinkonsum, daher sollten Personen mit erhöhtem Blutdruck oder Herzbeschwerden die Zunahme von Koffein mit ihrem Arzt absprechen.

Kaffee am Morgen: Der Fatburner

Kaffee kann bei der Gewichtsreduktion helfen, da er den Fettstoffwechsel anregt. Kaffeetrinken alleine reicht aber natürlich nicht, damit die Pfunde purzeln. So geht’s besonders effektiv: Du trinkst am Morgen eine Tasse Kaffee (am besten schwarz) auf nüchternen Magen und wartest 15 bis 30 Minuten, damit das Koffein seine Wirkung entfalten kann. Dann heißt es Laufschuhe anziehen und ab auf die Piste. Da in der Nacht die Zuckerreserven des Körpers aufgebraucht wurden, muss der Körper so sehr schnell den Stoffwechsel umstellen und die Energie aus den Fettreserven ziehen. Das Koffein unterstützt zudem den Fettstoffwechsel und sorgt für den nötigen Energieschub am Morgen.
Für nicht „Kaffee-Trinker“ und alle mit empfindlichem Magen tut es natürlich auch eine Tasse starker schwarzer Tee.
Vorsicht: Da Kaffee die Peristaltik anregt, solltest du vor dem Loslaufen einmal auf Toilette gehen, damit du nicht in die Büsche musst.

Trinken beim Laufen – zählt Kaffee für meine Flüssigkeitsbilanz?

Kaffee entzieht dem Körper Wasser und darf daher nicht als Flüssigkeitszufuhr gewertet werden – oder? Dieses Gerücht hält sich sehr hartnäckig, ist aber in den meisten Fällen nicht korrekt. Wenn du es gewohnt bist, Kaffee zu trinken, kann dein Körper Kaffee ganz normal als Flüssigkeitsquelle nutzen. Trotzdem sollte Kaffee nicht nach dem Laufen als Durstlöscher genutzt werden, da eine zu große Koffeinzufuhr den Körper beinträchtigen kann: Ganz frei nach Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
Also bitte in Maßen den Kaffee genießen.

Fazit

Kaffee, bzw das darin enthaltene Koffein kann ganz klar deine Leistung steigern und dir besonders bei längeren Belastungen helfen, bessere Leistungen zu erzielen. Mittlerweile gibt es auch viele Energie-Getränke und Energie-Gels, welche mit Koffein angereichert sind und dir somit im Wettkampf einen zusätzlichen Energieschub verleihen. Wenn du also dein Gewicht reduzieren oder du deine Leistungen beim Laufen verbessern möchtest, kann dir – richtig eingesetzt – Kaffee dabei helfen.