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#LocalRunHero Markus

Markus trainiert für seinen zweiten Marathon, dieses Mal in Kapstadt. Vor einigen Jahren ist er in New York schon einmal die 42 Kilometer gelaufen, nachdem er sich nach einer Leukämie-Erkrankung zurück ins Leben gekämpft hatte. Das Finish hat ihm damals so viel bedeutet, dass er sich diesen Traum gern erneut erfüllen möchte.

Dir ist bei deinem Training leider etwas dazwischengekommen – was war los?

Ich hatte im April leider sehr starke Schmerzen im Knie, so dass ich Anfang Mai an einer Meniskus-Operation nicht vorbeikam. Auch die folgenden anderthalb Monate war erstmal an Laufen nicht zu denken. Immer wieder habe ich es versucht, aber es war einfach noch zu früh. Deshalb konnte ich mich auch erstmal nicht auf den Trainingsplan einlassen. Ich musste quasi wieder von Null anfangen. Es ging los mit zwei Minuten laufen und zwei Minuten gehen und weiteren knieschonenden Aktivitäten wie Wandern, Fahrrad fahren oder auch Aquajogging.

Was bedeutet die Verletzung jetzt für den Marathon in Kapstadt?

Mein Ziel vom Marathon schwindet immer mehr, weil die Zeit langsam knapp wird. Mein aktuelles Ziel wäre einfach nur ankommen, ohne eine Zielzeit zu verfolgen. Momentan hindert mich eine kleine Sommergrippe am Training und es kommt mir vor als würde jemand nicht wollen, dass ich fit werde. Trotzdem werde ich nicht aufgeben und wenn es irgendwie möglich ist, werde ich auch versuchen den Marathon zu laufen oder zu gehen. Ich habe das Ziel immer noch vor Augen.

Da ich auch sehr ehrgeizig sein kann, werde ich alles versuchen, um das Ziel zu erreichen. Gerade nach einer Verletzung ist es sehr wichtig, dass man nicht zu viel trainiert und sich auch die Erholung gönnt, die der Körper braucht. Für die Unterstützung von Chris Anger und Laufsport Bunert Wuppertal bin ich natürlich sehr dankbar, weil ja jeder Sportler meistens zu viel auf einmal will.

Natürlich bin ich sehr enttäuscht, weil ich mich vor der Verletzung durch sehr langes Grundlagenausdauertraining vorbereitet hatte. Der Gedanke, den Marathon in Kapstadt nicht zu beenden oder gar nicht antreten zu können, schmerzt in jedem Sportlerherz.

Falls es mit dem Marathon nicht klappt: Hast du schon ein anderes Ziel ins Auge gefasst oder steht dir erst mal nicht der Sinn nach Wettkämpfen?

Man kann nicht immer alle Ziele erreichen, aber das soll kein Untergang sein und man muss sich neue Ziele setzen. Im Moment wären bei mir sicherlich kleinere Distanzen als Ziel sinnvoller. Nichtsdestotrotz werde ich das Ziel einen ganzen Marathon nochmals zu laufen weiterhin verfolgen, wo immer das auch sein mag. Vielleicht muss ich auch einfach zum Ursprung zurück und nächstes Jahr eine Reise nach Athen machen, um dort mein Ziel weiterhin zu verfolgen ...


#LocalRunHero MarkusDu hast schon einiges erlebt. Was geschah, bevor du mit dem Laufen angefangen hast?

Es begann genau am 13.11.2008, als ich die Diagnose akute lymphatische Leukämie bekommen habe. Ohne eine Stammzellentherapie hätte ich keine Überlebenschance gehabt. Sehr viele schwere Momente lagen vor mir, die ich aber mit Bravour meistern konnte. Ich habe mich nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich das irgendwann aus dem Krankenhaus schaffe. Ich war mit meinen 28 Jahren noch zu jung zum Sterben.

2009 hatte ich meinen Schutzengel gefunden und es gab einen Stammzellenspender für mich. Es folgten weitere schwere Monate zum Teil auf einer Isolationsstation, abgeschirmt von der Außenwelt. Zum Glück ist alles gut gegangen und als ich das erste Mal wieder aus dem Krankenhaus durfte, war es ein unglaubliches Gefühl, die Vögel wieder zwitschern zu hören. Ein neuer Lebensabschnitt hatte begonnen.

Wie hast du mit dem Laufen begonnen?

Geschwächt von anderthalb Jahren hauptsächlich Bettlägerigkeit und unzähligen Behandlung begann ich einen neuen Start ins Leben. Es ging los mit 50 Meter am Stück an der Talsperre zu spazieren, danach sofort nach Hause schlafen, weil mein Körper noch zu sehr geschwächt war. Meine Mutter war immer an meiner Seite und es wurden immer mehr Meter. Bald konnte ich 100 Meter gehen, danach 200 Meter und so steigerte ich die Entfernung. Es war schön, immer wieder neue Erfolge zu sehen und so kam es dazu, dass ich mich auch schließlich für einen Halbmarathon angemeldet hatte.

Was war bisher dein läuferisches Highlight?

Mein großes Ziel war ein Marathon, aber leistungsmäßig war ich noch weit entfernt. 2014 war der Moment gekommen, wo ich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS den Marathon in New York laufen durfte. Ein unvergessliches Geschenk der DKMS. Leider war die Vorbereitungszeit durch kleine weitere Erkrankungen zu kurz. Eine Gürtelrose hatte mich noch mal zwei Monate außer Gefecht gesetzt und mit einer leichten Erkältung kurz vor dem Lauf waren die Voraussetzungen leider mehr als schlecht.

Der in den letzten Jahren entwickelte Kampfgeist hat mich aber nicht daran gehindert, am Lauf teilzunehmen. 5 Stunden und 23 Minuten hat es gedauert und ich stand mit Tränen in den Augen an der Ziellinie. Ein Gefühl, dass ich mein Leben lang nie vergessen werde.

Was ist dein Ziel als #LocalRunHero?

Jetzt sind zehn Jahre vergangen. Ich bin diverse Halbmarathons in Europa gelaufen und möchte das große Ziel Marathon noch einmal erreichen. Es geht dieses Jahr nach Kapstadt für die 42,5 Kilometer Distanz. Ich will jetzt wieder verstärkt ins Training einsteigen und mit einer besseren Vorbereitung einen weiteren Erfolg zu erzielen.