Gymnastik und Laufsport!

Der ewige Streitpunkt


Wie ich durch meine eigene sportliche Karriere und jetzt als Lauftrainer immer wieder feststelle, gibt es gerade im Bereich der Gymnastik vor und nach dem Sport, eine kontroverse Diskussion. Diese Diskussion zieht sich durch den gesamten Sport, egal ob es sich um Gelegenheitssportler oder Hochleistungsathleten handelt. In der Wissenschaft wird diese Problematik ebenso kontrovers diskutiert. Daher kommt es bei den meisten Läufern auch zu Unsicherheiten, wenn es um das Thema Gymnastik geht. Vorweg zu sagen ist jedoch, dass eine sinnvolle Einbettung von gymnastischen Übungen in den Trainingsalltag sowohl das subjektive Wohlbefinden, als auch die Fähigkeit des Organismus zur Regeneration erhöht. 

Dies führt zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit.

Zwei Arten der Gymnastik

Man unterscheidet generell zwischen zwei Formen von Gymnastik im Sport. Zum einen eine aktivierende Gymnastik vor dem Sport. Zum anderen eine entspannende und regenerationsfördernde Gymnastik nach dem Sport. In beiden Formen der Gymnastik können dieselben Übungen durchgeführt werden. Sie untersche iden sich jedoch in Dauer und Intensität des Dehnungsreizes.

Vor dem Training

Die aktivierende Gymnastik dient dazu, die Muskulatur vor dem Sport in einen optimalen Zustand der Aktivierung zu versetzten. Um dies zu erreichen, ist es sinnvoll, sich zuerst ca. 10 Min. locker einzulaufen. Anschließend werden die Gymnastikübungen wie gewohnt durchgeführt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dehnspannung nur ca. 2 Sek. gehalten wird. Die Intensität des Dehnschmerzes sollte nur leicht und eher oberflächlich zu spüren sein. Dadurch wird der Muskelturnus nicht abgesenkt und die Muskulatur geschmeidig gemacht. Das hat zur Folge, dass die Muskulatur optimal auf die Belastung der Trainingseinheit vorbereitet ist.

Nach dem Training

Die entspannende und regenerative Gymnastik dagegen wird zum Ende einer Trainingseinheit als Abschluss durchgeführt. Nach ca. 10 Min. lockerem Auslaufen sollte man noch ca. 10 Min. ausruhen, bevor man optimalerweise mit der abschließenden Gymnastik beginnt. Da dies aber bei winterlicher Witterung nicht zu empfehlen ist (Gefahr des Auskühlens und dadurch bedingt eine hohe Infektanfälligkeit), sollte die Gymnastik bei kühlen Temperaturen im direkten Anschluss an das Auslaufen durchgeführt werden. Dabei können die gleichen Gymnastikübungen wie zu Beginn des Trainings durchgeführt werden. Jedoch soll nun die Dauer des Dehnungsreizes bei ca. 20 Sek. liegen und die einzelne Gymnastikübung sollte 2x wiederholt werden. Der Dehnungsschmerz sollte jetzt deutlich spürbar sein und langsam von einem oberflächlichen in einen tiefer liegenden Dehnungsreiz ausstrahlen.

Grundregeln

Generell ist bei allen Formen der Gymnastik darauf zu achten, dass die zu dehnende Muskulatur aufgewärmt ist, und dass keine Verletzungen derselben vorliegt. Schnelle und ruckartige Bewegungen sind bei allen gymnastischen Übungen zu vermeiden und in aller Regel kontraproduktiv. Der entstehende Dehnungsschmerz sollte spürbar sein aber nicht als extrem unangenehm empfunden werden.

Autor: Sven Schultz-Bargmann
Diplom-Sportwissenschaftler
Ausdauerschule by bunert

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