Test: Lauftraining mit SHFT

Vor Kurzem habe ich die Laufsensoren von SHFT zum Testen erhalten. Diese sollen den persönlichen Laufstil analysieren und durch Live-Feedback während des Laufens zu einer Verbesserung der Lauftechnik beitragen. Da ich noch Laufanfängerin bin, war ich besonders auf die Trainingstipps gespannt, wie ich mein Laufverhalten von Grund auf effizienter entwickeln kann.

Unboxing

Als erstes sticht die hochwertige Verpackung von SHFT ins Auge. Alles wird in einer schicken Röhre geliefert, in der man sich die SHFT-Sensoren schon einmal anschauen kann. Diese Sensoren werden „Pods“ genannt, sind weiß und haben eine dreieckige Form mit abgerundeten Kanten.

Im Lieferumfang enthalten sind die beiden Pods, ein Brustgurt, ein USB-Ladeteil und sowie eine Anleitung für den „Schnellstart“. Und da ist der Name echt Programm: SHFT-App auf’s Smartphone laden (gibt’s kostenlos bei Google Play und im App Store), mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren, mit dem Finger auf die Pods tippen, um sie über Bluetooth zu aktivieren und schon kann das Lauftraining beginnen. Die Ersteinrichtung ist intuitiv und dauert nicht mal 10 Minuten. Ich bin begeistert!

SHFT: In die Laufklamotten, SHFT und los

Die Sensoren verfügen auf der Rückseite jeweils über einen Befestigungs-Clip. Die Bedienung der Clips ist zu Beginn etwas „fummelig“, aber man gewöhnt sich schnell daran. Einer der Sensoren wird oben am Laufschuh befestigt, der andere mittig an der Vorderseite des Brustgurts.

Lukas vom bunert online Shop hatte mir bereits empfohlen, den Brustgurt über der Laufbekleidung zu tragen. Klingt logisch: Im Gegensatz zu einem Pulsgurt muss kein Körperkontakt bestehen. Oberhalb der Kleidung kann sowohl die Analyse der Bewegungsabläufe bei Laufen, als auch die Bluetooth-Verbindung zur Lauf-App besser gewährleistet werden.
Vor jedem Lauf heißt es also: Bluetooth an, die SHFT-Sensoren per Tippen zur Erkennung in der App aktivieren und los geht’s!

3, 2, 1… START: Der erste Lauf mit SHFT

Eine Computer-Stimme begrüßt mich zu meinem ersten Trainingslauf mit SHFT. Sie erklärt mir, dass es zunächst eine 5-minütige Aufwärmphase geben wird, gefolgt von einer 2-minütigen Analyse meines Laufverhaltens. Während der anschließenden 2 Minuten-Pause gibt es mehr Infos: Das Lauftraining unterteilt sich bei SHFT in 3 Themenschwerpunkte mit je 3 Einheiten. Der erste Trainingsschwerpunkt soll auf der Verbesserung meiner Schrittfrequenz liegen.

Jede Einheit ist in drei Phasen mit je 6 Minuten aufgebaut, in denen man aktiv trainiert wird. Dazwischen liegen jeweils Pausen von 2 Minuten, in denen man wahlweise stehenbleiben, gehen oder locker weiterlaufen kann – Hauptsache man hat zum Start der nächsten 6-Minuten-Phase noch genügend Energie, um die Anweisungen konzentriert umzusetzen.

SHFT Test 1

Also, ran an die Schrittfrequenz! Zunächst ist es für mich ungewohnt, die Anweisungen umzusetzen. Der Fokus soll auf der Verbesserung meiner Lauftechnik liegen und nicht auf der Geschwindigkeit. Mehr Schritte, ohne dabei schneller zu werden? Leichter gesagt als getan. Ich werde zwar durchgängig gelobt, laufe aber für meine Verhältnisse viel zu schnell. Bei der dritten 6-Minuten-Phase habe ich kaum noch Luft (und Konzentration).

Die Anweisungen und Tipps kommen in regelmäßigen Abständen, sind jedoch ab und an recht verwirrend. Beispielsweise: „Deine Schrittfrequenz liegt im Zielbereich.“ – Dann aber „versuche kleinere Schritte zu machen, um deine Schrittfrequenz zu erhöhen“. Schade ist nur: Wenn man dieser Anweisung folgt, wird man spätestens zwei Minuten später getadelt, es doch ruhiger angehen zu lassen. Diese Unstimmigkeiten zwischendurch sind manchmal etwas nervig.
Ich merke mir: Egal was die Stimme genau sagt: Wenn ich gelobt werde, einfach so weitermachen wie bisher. Mit Erfolg.

Folgeläufe mit SHFT – Training mit Höhen und Tiefen

Bei der zweiten Trainingseinheit macht es plötzlich „Klick“ und ich schaffe es in meinem normalen Tempo konstant eine höhere Schrittfrequenz zu halten. Begeistert bin ich auch von den kleinen Tipps zwischendurch, mich mehr zu strecken und die Arme mehr mitzuschwingen. Über den Sensor am Brustgurt, merkt die App tatsächlich, wenn ich mich hier mehr anstrenge und spricht Lob aus. Durch die Kombination aus erhöhter Schrittfrequenz und Oberkörperbewegung ist die gesteigerte Dynamik beim Laufen wirklich spürbar.

Nach der dritten Laufeinheit zur Erhöhung meiner Schrittfrequenz, bestätigen auch die Metriken in der App, dass sich meine Lauf-Effizienz von 23% beim ersten Lauf auf 77% gesteigert hat. Obwohl ich die Pausen zwischen den Einheiten weiter locker laufe, wirkt sich das Intervall-Training positiv auf meine Gesamtgeschwindigkeit aus. Schritt für Schritt mache ich einige Sekunden gut.

Nach diesem Höhenflug ist es Zeit für das nächste Trainingsziel, nämlich die Verringerung meiner Bodenkontaktzeit. Doch das ist leider ein kleines Drama.
Die Diskrepanzen im Coaching, konkret den einzelnen Textbausteinen der Sprachausgabe, kommen hier deutlicher zum Vorschein. Beispiel: „Du hast deine Bodenkontaktzeit von 336 auf 324 Millisekunden GESTEIGERT. Weiter so!“ Da muss die gute Computer-Stimme wohl nochmal Mathe-Nachhilfe nehmen. Hinzu kommt, dass die Bodenkontaktzeit im Gegenzug zur Schrittfrequenz für mich nicht so „spürbar“ ist. Die Coaching-Tipps helfen auch nur bedingt weiter. Wenn ich „wie auf heißem Sand“ laufe, verbleibe ich zu kurz auf dem Boden. Und wie aktiviere ich mein Fußgelenk? Es ist mir ein Rätsel. Der Hinweis, meine Füße etwas mehr zu entspannen, hilft zumindest kurzzeitig in meinen festgelegten Zielbereich. Der Plan, bei Lob alles so zu machen wie bisher, geht leider nicht auf. Auch wenn es für mich genauso anfühlt, sagen die Millisekunden der Sensoren offenbar etwas Anderes.

Beim zweiten Lauf meines Bodenkontaktzeit-Trainings bin ich so genervt von den Anweisungen und defekten Textphrasen, dass ich während der Pause versuche, das Sprach-Coaching auszustellen. Dies geht aber leider während es laufenden Trainings nicht. Wenn ich die Einheit abbreche, muss ich das nächste Mal von vorne starten. Das will keiner. Oder ich nehme die Kopfhörer aus den Ohren, kann dann aber keine Musik mehr hören. Langweilig. Was tun?

Beim Gedanken, dass mir übermorgen noch ein Training zur Bodenkontaktzeit bevorsteht, bekomme ich schlechte Laune. Also entscheide ich mir für Option 3: Ich ziehe die Einheit bis zum Ende durch und drücke nach Abschluss direkt nochmal auf den Startknopf. Zwei SHFT-Einheiten direkt nacheinander, nur um das elendige Thema „Bodenkontaktzeit“ hinter mich zu bringen. Vielleicht nicht die besten Voraussetzungen, aber immerhin hat es mich dazu gebracht, doppelt so lange zu trainieren wie ursprünglich geplant. Und ich bin wieder zufrieden und gespannt mich auf mein nächstes Training mit SHFT.

Fazit nach den ersten 6 Läufen

Die einzelnen „Textbausteine“ sind bei SHFT wirklich noch verbesserungswürdig. So manches Mal war ich kurz davor, der Computerstimme den Stecker zu ziehen. Die Hoffnung ist groß, dass die App hier weiter optimiert wird. Dieser Test basiert auf der App Version 1.27.1.

Es ist wahrscheinlich auch nicht jedermanns Sache, mit einer Stimme im Ohr zu laufen. Für mich persönlich überwiegen insgesamt aber die Vorteile des Trainings mit SHFT. Die erhöhte Schrittfrequenz und die positiven Effekte des Intervall-Trainings sorgen für mehr Dynamik und Schnelligkeit in den Laufeinheiten und geben mir das Gefühl, meine Lauftechnik in den letzten Läufen tatsächlich verbessert zu haben.

Allgemeine Infos zu den Pods und der SHFT-APP

Energien auftanken

Um die Pods zu laden, befestigt man die Sensoren mit dem Clip an dem mitgelieferten USB-Stab und verbindet sie mit einem PC oder einem Steckdosen-Netzteil mit USB-Anschluss. Wichtig ist, die Clips wirklich gerade auf das Ladeteil zu stecken. Hier war ich beim ersten Laden etwas nachlässig, so dass einer der Pods bis zu meinem nächsten Trainingslauf nicht geladen war.

Naja, selbst schuld… denn eigentlich ist es ganz einfach: Die Rückseite des USB-Anschlusses ist so geformt, dass die Clips perfekt hineinpassen. Hier kann man sehen, ob sich die Sensoren an der richtigen Stelle befinden. Beim Blick auf die Vorderseite ist das nicht so leicht. Wenn alles korrekt angeschlossen wurde, wird der Start des Ladevorgangs durch ein rotes Blinken signalisiert. Sollten die Pods noch blau blinken, wurden sie nicht richtig am USB-Anschluss angebracht und müssen neu justiert werden. Sobald die SHFT-Sensoren vollständig geladen sind, leuchten sie grün.

Bei mir hält der Akku der Sensoren rund zwei bis drei Laufeinheiten. Hier kommt es auch darauf an, wie lang die Läufe insgesamt ausfallen. Zwar dauert ein SHFT-Coaching inklusive Aufwärmphase und Pausen rund 30 Minuten, aber selbstverständlich kann der Lauf ohne Trainingstipps fortgesetzt werden. Während dieser Zeit werden die Akkus der Pods durch die Bluetooth-Verbindung noch weiter beansprucht. Beim Ausfall eines Sensors, erhält man die Meldung „Verbindung zu einem der Pods verloren“.

Die SHFT-App: Trainingsdokumentation & Technikübungen

Den Report des Lauf-Coaches sind über die App einsehbar. Neben einer Karte der zurückgelegten Strecke, werden Tempo, Distanz, Zeit und Leistung erfasst. Darüber hinaus sind alle ermittelten Messwerte unter „Metriken“ einsehbar.

SHFT App
Hier hätte ich mir mehr Informationen zur Bewertung der Daten gewünscht. Es wird zum Beispiel eine Definition jedes Messwerts aufgeführt (was ein „Fußaufsatzwinkel“ ist, etc.), aber es gibt keine Erklärung, ob die erreichten Werte nun gut oder schlecht einzustufen sind. Zur Verbesserung der Lauftechnik, bietet die App darüber hinaus Videos mit Übungen.

 

Jenny, bunert Online Shop

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
SHFT SHFT
99,90 € * 199,90 € *