63 Kilometer durch Schnee und Eis – die Polar Bear Challenge

Samstags einen Marathon und sonntags einen Halbmarathon zu laufen, ist für die meisten Läufer unvorstellbar. Jörg Giesen, Inhaber von Bunert Krefeld, setzt noch einen oben drauf: Er trat bei minus zehn Grad in Grönland zur 63,3 Kilometer langen Polar Bear Challenge an. Das Motto des Krefelders lautet: Laufen kann man immer und überall - also auch am Polarkreis. Wer schon mehrere Tage in der Sahara und einen Marathon auf 5400 Metern Höhe am Mount Everest ins Ziel gebracht hat, kann sich auch Eis und Schnee in Grönland stellen. Die Strecke der Polar Bear Challenge ist dabei zweigeteilt: ein Marathon samstags und ein Halbmarathon sonntags, insgesamt 63,3 Kilometer.

Das Training

Die Vorbereitung startete Jörg Giesen Anfang des Jahres beim Egmond Halve Marathon - einem Halbmarathon im Januar durch Sand und Dünen. Da sein Fokus mittlerweile nicht mehr so sehr auf schnellen Laufzeiten, sondern vor allem auf besonderen Erlebnissen liegt, konnte er den Trainingsaufwand mit Familie und Beruf gut in Einklang bringen. Der Schwerpunkt lag dabei nicht auf großen Kilometerumfängen, sondern auf der Trainingsqualität und -intensität. In den letzten Wochen vor der Abreise standen nicht mehr als 80 Wochenkilometer im Plan, während der längste Lauf nur 22 Kilometer lang war. Kann das reichen?

Zunächst einmal machte sich bei der Ankunft im grönländischen Kangerlussuaq Verwunderung über das Wetter breit: Der erwartete Schnee blieb aus, denn Niederschläge sind eine Seltenheit. Stattdessen ist das Klima eher wüstenartig - nur eben bei minus zehn Grad. 150 Läufer aus der ganzen Welt besichtigten am Vortag die Strecke und konnten erste Laufversuche auf der ewigen Eiskappe von Grönland unternehmen. Beeindruckend dabei: Auf 1350 Metern Höhe liegen 1000 Meter Eis direkt unter den Füßen.

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Die erste Etappe - Marathon

Spezielle Spike-Laufschuhe und mehrlagige Laufkleidung mit wind- und wasserdichter Außenschicht - Jörg Giesen ging bestens ausgerüstet an den Start. Sämtliche Sorgen, es könne nach dem Start zu kalt sein, zerstreuten gleich die ersten vier Kilometer mit ihren 350 Höhenmetern bergauf. Die Rutschpartie startete dann am Rande der Eiskappe. Das Wichtigste: Trotz Spikes ruhig und sicher laufen, um Stürze zu vermeiden. Die Renntaktik sah so aus, den eigentlichen Wettkampf erst bei Kilometer acht nach dem Eis zu beginnen. Durch das weit auseinander gezogene Feld und die nicht vorhandenen Zuschauer am Streckenrand gestaltete der Marathon sich sehr einsam – für Jörg Giesen reichte es dennoch nach 4:13 Stunden zu Platz 14. Das Abendprogramm: Heiße Dusche, kleine Stärkung und möglichst viel Energie für den nächsten Lauf tanken.

Die zweite Etappe - Halbmarathon

Nur einen Tag später wieder um 7 Uhr morgens noch einmal auf die gleiche Strecke gehen? Genau so läuft es bei der Polar Bear Challenge. Für Jörg Giesen zeigte sich zum Glück schon nach wenigen Metern, dass er gut erholt ins Rennen gehen konnte. Die neue Waffe gegen das rutschige Eis: Andere Schuhe mit untergeschnallten Nägeln. Eine gute Wahl! Vom Wettkampffieber gepackt sollte nun eine Verbesserung bei der Platzierung her. 18 Kilometer liefen sehr gut, bis die Beine nicht mehr richtig mitmachen wollten. Somit erwiesen sich die letzten drei Kilometer und vor allem der Schlussanstieg als eine Frage des Willens. Am Ende reichte es wieder für Platz 14, dieses Mal in 2:07 Stunden. In der Gesamtwertung erreichte Jörg Giesen den 12. Rand und wurde somit bester Deutscher.

Und wie endet das grönländische Laufabenteuer? Natürlich mit stimmungsvoller Siegerehrung, Abschlussparty mit Rentier vom Grill und ganz großem Muskelkater. Wer mehr wissen möchte oder Fragen zur Polar Bear Challenge hat, ist eingeladen, Jörg Giesen bei bunert Krefeld anzusprechen.

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